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Medienmitteilungen Dies academicus 2004 der Universität St.Gallen Vier Ehrendoktorate verliehen und zwei Ehrensenatoren ernannt (HSG) Die Universität St. Gallen hat an ihrem diesjährigen Dies academicus Ehrendoktorate an die Publizistin Dr. Gret Haller, Prof. Dr. Ernst Fehr von der Universität Zürich, Prof. Dr. Karl Weick von der University of Michigan Business School, Ann Arbor USA, und EU-Wettbewerbskommissar Prof. Mario Monti verliehen. Zu Ehrensenatoren ernannt wurden lic. oec. und lic. iur. HSG Erich Walser, Vorsitzender der Helvetia Patria Versichungen, und Dr. Peter A. Wuffli, Präsident der Konzernleitung und Chief Executive Officer der UBS. Die HSG würdigte mit dem Ehrendoktorat der Staatswissenschaften (Dr. rer. publ. h.c.) für Gret Haller «ihren entschiedenen Einsatz für die Menschenrechte und ihre grundlegende Analyse des unterschiedlichen Rechts- und Staatsverständnisses in Europa und in den USA». Gret Haller (1947) studierte an der Universität Zürich Rechtswissenschaft und promovierte 1973 zum Thema «Die UNO-Menschenrechtskonventionen und die rechtliche Stellung der Frau in der Schweiz". Sie arbeitete im Eidg. Justiz- und Polizeidepartement im Dienst für die Europäische Menschenrechtskonvention und als Mitglied des Expertenkomitees für Menschenrechte des Europarates. 1987 wurde sie in den Nationalrat gewählt, 1994 Botschafterin und ständige Vertreterin der Schweiz beim Europarat. Vier Jahre war sie im Auftrag der OSZE Ombudsfrau für Menschenrechte in Bosnien und Herzegovina im Rahmen der Umsetzung des Friedensabkommens von Dayton. Gret Haller stellte ihr ganzes Leben in den Dienst der Menschenrechte, der Frauenpolitik und des Minderheitenschutzes und ist ohne Rücksicht auf ihre eigene Karriere und allen Anfechtungen zum Trotz stets ihren Überzeugungen gefolgt. Die Ämter, die sie inne hatte, waren nie Ziel, sondern immer Mittel für die Sache. Es ist diese persönliche Haltung, welche die Ehrung für Einsatz um Staat und Recht begründet. Mit dem Ehrendoktorat der Wirtschaftswissenschaften (Dr. oec. h.c.) für Prof. Dr. Ernst Fehr würdigte die Universität St.Gallen «seine grundlegenden Beiträge zur Weiterentwicklung des ökonomischen Verhaltensmodells sowie zur experimentellen Wirtschaftsforschung. Das wesentlich von ihm entwickelte Konzept der Reziprozität stellt eine bedeutende Modifikation des Konzepts des Homo oeconomicus dar, welches wichtige psychologische Erkenntisse in die ökonomische Tat aufnimmt». Ernst Fehr (1956) studierte und promovierte an der Universität Wien zum Dr. rer. oec. Von 1988 bis 89 war er Research Fellow an der London School of Economics, danach wissenschaftlicher Assistent am Institut für Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftspolitik der TU Wien. Dort habilitierte er 1991 für das Fach VWL. 1994 wechselte er an die Universität Zürich auf den Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Sozialpolitik, Arbeitsmarkt- und Verteilungstheorie. Seit 2003 ist er für fünf Jahre ständiger Gastprofessor am Massachusetts Institute for Technology (MIT) in Cambridge (Mass.) Fehr ist einer der renommiertesten experimentell arbeitenden Ökonomen im deutschsprachigen Raum, und einer der wenigen, die eine Integration ökonomischer und pyschologischer Analyse anstreben. Er publiziert in der bedeutendsten wissenschaftlichen Zeitschrift «Nature», in welcher sonst fast nur Naturwissenschaftler zu Wort kommen. Dies zeigt, dass seine Forschung weit über die Wirtschaftswissenschaften hinaus von Bedeutung ist. Aber auch innerhalb der Wirtschaftswissenschaften gehört Fehr heute zu den weltweit führenden Wissenschaftlern seiner Generation. Er hat die ökonomische Forschung sowohl inhaltlich als auch methodisch vorangebracht und ist gleichzeitig in seiner Forschung durch die Verbindung zur Psychologie ausgesprochen stark interdiszipinär ausgerichtet. Mit dem Ehrendoktorat der Betriebswirtschaften ehrenhalber (Dr. oec. h.c.) wurde Prof. Dr. Karl Weick von der University of Michigan Business School, Ann Arbor USA, ausgezeichnet «für seine ausserordentlichen wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Psychologie und der Organisationstheorie». Mit seinen zahlreichen wissenschaftlichen Beiträgen hat Prof. Weick heutige organisationstheoretische Verständnisse wesentlich mitgeprägt. Karl Weick (1936) absolvierte von 1954 bis 1958 sein Bachelorstudium an der Wittenberg Universität in Springfield, Ohio, und von 1958 bis 1962 studierte er Psychologie an der Ohio State University. Dort erhielt er 1960 seinen Master in Psychologie, 1962 seine Promotion. Seit 1988 ist er Professor für Organisation und Psychologie an der Michigan University. Weick gehört zu den einflussreichsten Wissenschaftlern im Bereich der Sozialpsychologie und Organisationtheorie. Er ist Autor von 7 Büchern und insgesamt mehr als 170 akademischen Zeitschriften und Buchbeiträgen. Darüberhinaus hat Weick verschiedene Module für das Business School Executive Education Programm an der Michigan Universität entwickelt, um seine Ideen auch in Praxiskreisen zu vermitteln. Seine Verdienste im akademischen Bereich wurden mit einer Vielzahl von Berufungen an andere Universitäten, in akademische Kommissionen sowie durch die Verleihung zahlreicher akademischer Preise gewürdigt. Beispielsweise die Wahl zum «fellow» der American Psychological Association sind Ausdruck seines grossen internationalen Renomees. Den Grad eines Doktors der Rechtswissenschaft ehrenhalber (Dr. iur. h.c.) erhielt EU-Wettbewerbskommissar Professor Mario Monti für «seine herausragenden Leistungen als Wegbereiter auf dem Gebiete des Europäischen Wirtschaftsrechts, insbesondere des Wettbewerbsrechts. Sein Hauptverdienst, die Modernisierung europäischer Wettbewerbspolitik, könnte dank ihres dezentralen Ansatzes als Modell für andere europäische Politikbereiche dienen». Mario Monti (1943) studierte an der Mailänder Bocconi-Universität Ökonomie und Management, wurde 1970 Professor für Geldtheorie und -politik an der Universität Trento, folgte 1971 einem Ruf an die Universität Turin und übernahm 1979 als Direktor das Wirtschaftsinstitut der Bocconi-Universität. Monti gründete zwei weitere Institute, bevor er 1989 zum Rektor der Bocconi-Universität ernannt wurde. 1994 wurde er zum Präsidenten der Bocconi-Universität gewählt. Seit 1995 ist Mario Monti Mitglied der Europäischen Kommission, von 1995 bis 1999 war er Kommissar für den Binnenmarkt, seit 1999 ist er Wettbewerbskommissar. In dieser Eigenschaft hat er sich Verdienste weit über seine Zeit hinaus erworben. Er ist der einzige Europäische Kommissar, der den Sprung nach Brüssel nicht aufgrund einer politischen, sondern einer akademischen Karriere gemacht hat. Er besticht nicht nur durch seine Dossierkenntnis, sondern auch durch seine Überzeugung, dass Probleme des Wettbewerbsrechts juristisch und nicht politisch gelöst werden müssen. Insgesamt verköprert Monti damit in idealer Weise das, was man als Wirtschaftsrechtler zu bezeichnen pflegt. Mit der feierlichen Ernennung zum Ehrensenator würdigte die HSG den Vorsitzenden der Helvetia PatriaVersicherungen, lic.oec. et lic.iur. HSG Erich Walser, für «seine grossen Verdienste um den Wirtschaftsstandort St.Gallen sowie um die Förderung der HSG im allgemeinen und des Gebiets der Versicherungswirtschaft an der HSG im speziellen». Erich Walser (1947) studierte an der Universität St.Gallen Betriebswirtschaftslehre mit der Fachrichtung Bankwirtschaft und erlangte 1972 sein Lizentiat. Dann wechselte er an die Universität Bern und erhielt dort 1975 das rechtswissenschaftliche Lizentiat. Danach trat er in den Rechtsdienst der Schweiz. Volksbank in Bern ein. 1979 wechselte er zu den Helvetia Versicherungen in St.Gallen, seit 1991 hat er den Vorsitz. Walser steht an der Spitze eines Unternehmens, das für die Region von grosser Bedeutung ist. Als einer der grössten privatwitschaftlichen Arbeitgeber tritt die Helvetia in vielfacher Form als Förderer von bildungspoltisichen, kulturellen und sportlichen Aktivitäten in Erscheinung. Auch um die Entwicklung der Versicherungwirtschaft in der Schweiz erwarb er sich grosse Verdienste. Dies zeigt u.a. auch sein Engagement für unser Institut für Versicherungswirtschaft, er ist Präsident der Fördergesellschaft und seit 1995 Mitglied des Geschäftsleitenden Ausschusses. Die Würde eines Ehrensenators erhielt der Präsident der Konzernleitung und CEO der UBS, Dr. Peter A. Wuffli, für «seine grossen Verdienste als gesellschaftlich engagierte Persönlichkeit und als Führungsverantwortlicher der weltweit grössten Arbeitgeberin für HSG-Studierende». Peter A. Wuffli ist Förderer vieler HSG-Projekte, u.a. des ISC und verschiedener Projekte in der Neukonzeption Lehre. An HSG-Seminaren und studentischen Veranstaltungen sowie im Zürcher Alumni Club der HSG wirkt er aktiv mit. Zudem ist er Schlüsselfigur bei der gesamtschweizerischen Ausrichtung der universitären Ausbildung auf dem Gebiete der Finance. Peter A. Wuffli (1957) studierte von 1976 bis 1984 an der HSG und schloss 1985 mit dem Doktorat in Betriebswirtschaft ab. Während seines Studiums war er Mitarbeiter der Wirtschaftsredaktion der NZZ. Danach trat er in die McKinsey & Co. ein und wurde 1990 Partner und Mitglied der Geschäftsleitung Schweiz. 1994 wechselte er als Chief Financial Officer in den damaligen Schweiz. Bankverein, Basel. Nach der Fusion 1998 wurde er zum Group Chief Financial Officer der neuen UBS ernannt. Seit Herbst 2003 ist er Präsident der Konzernleitung und Chief Executive Officer der UBS. Wuffli führt die UBS mit sicherer Hand und hat ihren internationalen Namen weiter gefestigt. Auch gesellschaftliche und politische Anliegen finden sein Interesse.
St. Gallen, 12. Juni 2004 |
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